Deutsche Wanderjugend


Tipp des Monats

Der Juni-Tipp 2017

Feuer - Faszination für Jung und Alt

Feuer fasziniert nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene. Zudem ist es bei Zeltlagern, Trekkingtouren,... nicht wegzudenken.
Aber wie baue ich ein Feuer, was brauche ich alles dafür, für was kann ich ein Feuer noch nutzen, außer als Wärmequelle?

Wir wollen Kindern die Möglichkeit bieten, dass sie unter Aufsicht lernen, wie man ein Feuer baut und richtig damit umgeht. Sie sollen experimentieren und ausprobieren können und das alles in einem geschützten Rahmen, wo nichts passieren kann.

Feuerbau
Feuer braucht drei Dinge, um zu brennen: Brennstoff, Hitze und Sauerstoff.
Als Brennstoff dient in der Regel Holz. Die Hitze wird z.B. durch ein brennendes Streichholz zugeführt und der Sauerstoff ist schon in der Luft vorhanden.
Jedoch müssen zusätzlich noch andere Faktoren beachtet werden. Zum Beispiel, wie baue ich mein Feuer am besten, dass möglichst viel Sauerstoff ran kommt und die Hitze sich bestmöglichst verteilt, welches Holz eignet sich am besten und mit was kann ich mein Feuer entfachen?
Bevor man aber überhaupt ein Feuer bauen kann, muss man eine geeignete Stelle finden, denn man kann und darf nicht überall Feuer machen. Vor allem im Sommer ist es wichtig, dass man sich informiert, bevor man irgendwo ein Feuer macht, ob in diesem Gebiet keine Waldbrandgefahr besteht.
Ein Feuer sollte, je nachdem, für was es genutzt wird, auf einem möglichst geraden Untergrund gebaut werden. Zudem sollte geschaut werden, das alles, was leicht brennbar ist entfernt wird. Zum Beispiel sollte kein trockenes Laub um die Feuerstelle sein. Sinnvoll ist es auch, wenn man das Feuer durch einen Steinring oder einer kleinen Erdgrube eingrenzt. Wenn man eine kleine Grube gräbt ist es wichtig, dass die Grasdecke zur Seite gelegt wird und die Grube später wieder zugeschüttet wird und die Grasdecke oben drauf gelegt wird.
Hat man den Untergrund soweit vorbereitet, kann man mit an dem Feuerbau beginnen.
Um ein Feuer zu entfachen benötigt man ein Zundernest. Das Zundernest kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen, wichtig ist nur, dass es leicht brennbare Stoffe sind. So eignen sich z.B. kleine Äste gut um ein Zundernest zu bauen. Zu den leicht brennbaren Materialien braucht man dann noch einen Anzünder. Was ihr dafür verwenden könnt, findet ihr weiter unten. Das Zundernest braucht aber nicht nur leicht Brennbares, sondern auch etwas, das das Feuer auf die größeren Holzstücke überträgt. Dazu eignen sich größere Äste sehr gut, die um das Zundernest herum aufgebaut werden. Sinnvoll ist es, diese in Pyramidenform aufzustellen, damit von unten Luft an das Feuer gelangen kann und die Flamme, die immer nach oben geht, das Holz entfachen kann.




 

Bauweise

  •     Pagodenfeuer (Blockfeuer)
    Bei einem Pagodenfeuer ist es sinnvoll, dass man ungefähr gleich lange und dicke Äste oder Holzscheite hat. Zu Beginn baut man eine "Basis", auf der man dann weiter aufbauen kann und auf der man auch das Zundernest platzieren kann.

    Ist die Basis gebaut, kann der Turm gebaut werden. Dazu werden immer zwei Holzstücke genommen und quer auf die darunterliegenden gelegt. Das wiederholt man zwei bis drei Mal und baut anschließend das Zundernest in die Mitte. Wenn das Zundernest gebaut ist, wird weiter gebaut wie zuvor. Nach oben hin kann die Pagode kleiner werden.

    Als Abschluss kann man einen Deckel auf den Turm bauen.

    Wichtig dabei ist, dass man, wenn man fertig ist mit dem Feuerbau, noch an das Zundernest gelangt, um dieses zu entfachen. Alternativ kann das Zundernest auch in das obere Drittel eingebaut werden. Dazu werden dann zusätzlich zu den zwei größeren Holzstücken kleinere Äste als Boden eingebaut, sodass das Feuer Material zum Verbrennen hat. Wählt man diese Alternative, brennt das Feuer von oben nach unten ab.
  •     Sternfeuer
    Ein Sternfeuer wird, wie der Name schon sagt Sternförmig aufgebaut. Es gibt in der Mitte ein Feuernest, in dem alle Äste zusammen laufen und nur da abbrennen. Je nach Bedarf können die Äste nachgeschoben werden und so das Feuer reguliert werden. Durch die gute Reguliermöglichkeit kann ein Sternfeuer als Kochfeuer genutzt werden.

  •     Pyramide
    Ein Pyramidenfeuer ist das wohl bekannteste Feuer. Zuerst wird das Zundernest vorbereitet und über dieses werden dann drei Äste pyramidenförmig aufgestellt. Danach wird das Feuerholz außen herum geschichtet. Hier ist es auch wichtig, dass eine Öffnung, am besten im Windschatten, zum Entzünden des Feuers bleibt.


Anzündhilfe

Um ein Feuer zu entfachen braucht es Übung und das richtige Material, vor allem eine Anzündhilfe. Wer es sich einfach machen möchte, kann im Laden verschiedene Anzündhilfen kaufen. Da gibt es ganz unterschiedliche, z.B. Flüssiganzünder, Anzünder aus Naturmaterialien und auch künstlich hergestellte Anzünder.
Wem das zu einfach ist, der kann seine eigenen Feueranzünder in der Natur suchen oder selbst herstellen.

  •     Birkenrinde:
    Birkenrinde ist sehr leicht entzündlich und das sogar wenn sie nass ist. Es wird nur eine geringe Menge benötigt, um ein Feuer zu entfachen, da sie heiß verbrennt und das umliegende Zundernest schnell in Brand setzt. Bei der Birkenrinde ist allerdings zu beachten, dass sie nicht direkt vom Baum abgerissen wird, da ansonsten Käfer und Co sehr leicht unter die Rinde gelangen können und der Baum stirbt. Am besten ist es, wenn die Rinde von einem gefällten Baum verwendet wird oder lose herabhängende Teile, die der Baum selbst von sich stößt.
  •     Watte mit Vaseline:
    Hier gibt es verschiedene Varianten, die Anzünder herzustellen.
    1. Watte nehmen und Vaseline einmassieren. Darauf achten, dass es nicht zu viel Vaseline ist, ansonsten fängt die Watte nicht an zu brennen.
    2. Watte-Vaseline-Kugeln: Die Watte wird zu Kugeln geformt, die von außen mit Vaseline eingerieben werden. Will man damit ein Feuer entfachen, bricht man die Kugeln auf, sodass der trockene Kern angezündet werden kann.
  •     Heu:
    Heu kann als Grundlage für das Zundernest genutzt werden. Es brennt schnell und effektiv, sodass kleinere Äste schnell Feuer fangen können.
  •     Lupe:
    Die Variante mit der Lupe ist nur umsetzbar, wenn die Sonne scheint und sie genügend Kraft hat. Also was für den Sommer. Es wird ein Zundernest gebaut, über welches man dann die Lupe hält. Die Lupe muss so gehalten werden, dass sich das Sonnenlicht bündelt, was man daran erkennt, dass es im Zundernest einen weißen Lichtpunkt gibt. Dann muss man etwas Geduld haben, bis die Hitze stark genug ist und das Zundernest anfängt zu brennen.
  •    Feuerstein:
    Zwei Feuersteine werden über dem Zundernest aneinandergeschlagen. Dabei sollten Funken entstehen, welche dann das Zundernest entfachen sollen.
  •     Magnesiumstab
    Ein Magnesiumstab funktioniert ähnlich wie die Feuersteine. Das Zundernest wird auch durch Funken in Brand gesteckt.
  •     Batterie und Stahlwolle:
    Um ein Feuer mit einer Batterie und Stahlwolle zu entfachen, braucht man eine Blockbatterie und Stahlwolle. Die Stahlwolle wird auseinandergezogen, damit Sauerstoff in die Zwischenräume gelangen kann und damit für die Batterie zwei Enden entstehen. Dann wird die Batterie mit dem Plus- und Minus-Pol an die beiden Enden gehalten. Die Stahlwolle fängt an zu glimmen und kann dadurch das Zundernest entfachen.

Sicherheitshinweise
Feuer ist...
... Freund und Helfer, solange es unter Kontrolle ist.
... tödlicher Feind, wenn es außer Kontrolle gerät.

Da wir Feuer nur als Freund und Helfer wollen, gibt es einige Sicherheitshinweise zu beachten:

  •     Falls vorhanden, sollen speziell angelegte Feuerstellen genutzt werden.
  •     Das Feuer soll entweder durch Steine oder eine Grube eingegrenzt werden.
  •     Es muss genügend Abstand zu Bäumen und anderen brennbaren Objekten eingehalten werden.
  •     Gras und Laub sollen rund um die Feuerstelle entfernt werden.
  •     Das Feuer darf nie unbeaufsichtigt bleiben.
  •     Wenn man das Feuer nicht mehr benötigt, muss es richtig gelöscht werden. Zum Löschen kann man z.B. Wasser, Sand oder eine Feuerdecke verwenden. Was auch immer ihr zum Löschen nutzen wollt, solltet ihr bevor ihr das Feuer entfacht schon bereitstellen.

Um Verletzungen und Verbrennungen am eigenen Körper vorzubeugen sollten folgende Dinge beachtet werden:

  •     Lange Haare müssen zusammen gebunden werden.
  •     Jacken müssen zugemacht werden.
  •     Niemals über das Feuer greifen, um auf der anderen Seite etwas zu machen.
  •     Um das Feuer herum wird nicht gekämpft oder geschubst.

Für was kann man Feuer nutzen?
Feuer kann man nicht nur als Wärmequelle oder zum Kochen nutzen, sondern auch als Rettungssignal, wenn man in Gefahr ist. Ist man z.B. im Wald unterwegs und es passiert ein Unfall, kann es sein, dass man den Rettungskräften nicht genau sagen kann, wo man sich befindet. Da ist ein Feuer dann sehr hilfreich, um gefunden zu werden.
Tagsüber kann ein Pyramidenfeuer gebaut werden und wenn es richtig brennt, wird es mit nassem Laub überdeckt, damit es eine starke Rauchentwicklung gibt. Durch den Rauch, der nach oben steigt, kann dann der Ort ausfindig gemacht werden, an dem man sich befindet.
Wenn es dunkel ist, reicht es, wenn man ein großes Feuer macht, welches durch die Helligkeit den Rettungskräften den Weg weist.

Spiel mit dem Feuer
Ein Feuer muss nicht immer nur am Boden brennen, sondern kann auch mit etwas Hilfe für kurze Zeit in der Luft erscheinen.

  •     Feuer spucken:
    Feuer spucken ist nicht nur etwas für Profis. Auch Kinder können schon Feuer spucken. Profis verwenden dafür Petroleum, aber es gibt auch deutlich weniger gesundheitsschädliche Ersatzstoffe wie z.B. Bärlappsporen, Speisestärke, Mehl oder Kakao. Egal welches der vier genannten Beispiele genutzt wird, vom Prinzip her funktionieren sie gleich. Es wird ein gehäufter Teelöffel mit dem Pulver in den Mund genommen und mit viel Druck in die Flamme einer Fackel gespuckt. Das Pulver verteilt sich und es gibt eine Staubexplosion. Durch die Staubexplosion gibt es dann eine große Flamme.
    Beim Feuerspucken ist zu beachten, dass man nie gegen Windrichtung spuckt, da die Flamme zu einem zurück kommt, was zu schlimmen Verbrennungen führen kann. Am besten ist ein windgeschützter Platz. Zudem sollten lange Haare zusammen gebunden werden und Jacken sollten zu gemacht oder ausgezogen werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder, egal, welcher Ersatzstoff genutzt wird, es auch nicht schlucken, da das gesundheitliche Folgen haben könnte. Feuer spucken ist eine coole Sache, jedoch muss man einige Sachen beachten, informiert euch am besten ausführlich darüber, bevor ihr es mit euer Kinder- oder Jugendgruppe durchführt.

  •  Einen ähnlichen Effekt wie beim Feuer spucken kann man Mehl, Zucker und Sägespäne erzielen, wenn sie ins Feuer geworfen werden. Dazu wird etwas von einem der genannten Stoffe mit Schwung ins Feuer geworfen. Auch hier gibt es eine Staubexplosion.
  •     Feuer färben:
    Wem ein ganz normales Feuer zu langweilig ist, der kann sein Feuer auf unterschiedlichste Art aufpeppen. Zum einen kann man im Internet ein Feuerfärbemittel kaufen. Das Färbemittel nennt sich "Mystical Fire".
    Eine Alternative dazu ist Treibholz aus salzhaltigen Gewässern. Diese sind vollgesogen mit verschiedenen Salzen, die unterschiedliche Flammenfarben erzeugen. Hat man gerade nicht den Zugang zu Treibholz, kann aus verschiedenen Chemikalien auch ein eigenes Flammenfärbemittel hergestellt werden. Dazu am besten im Internet nach einer geeigneten Anleitung suchen.
  •     Schwedenfeuer:
    Wenn nicht alle um das Lagerfeuer herum passen, können zusätzlich Schwedenfeuer aufgestellt werden und so können alle einen Platz zum Aufwärmen finden. Ein Schwedenfeuer ist ein Stück von einem dickeren Baumstamm. Dieser wird im Voraus mit einer Kettensäge von oben bis etwa 15 cm über den Boden, sternförmig eingesägt. Oben kann dann ein Zundernest gebaut und entfacht werden. Das Feuer brennt sich dann von oben nach unten durch.
    Ein Schwedenfeuer ist nicht nur eine zusätzliche Wärmequelle, sondern auch ein absoluter Hingucker!



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